„Blade Runner“ gehört halt einfach zu den coolsten und besten Cyberpunk-Franchises, die sowohl dystopische Zukunftskritik als auch ein weitgefächertes SciFi-Universum miteinander verbinden (schon gewusst, dass da auch „Alien“ und damit „Predator“ dazu gehören?). Der 2017er Filmfortsetzung hat der Lizenz nochmal einen ordentlichen Schub gegeben, auch wenn das – da plaudere ich aus dem Nähkästchen – der einzige Film ist, in dem Blognamensgeber Stephan jemals im Kino eingeschlafen ist ;-) Ich war aber ziemlich begeistert, und so stellt sich natürlich die Frage, ob ich auch von der Comic-Reihe „Blade Runner 2039“ begeistert sein würde...
Sind wir ehrlich, „Blade Runner“ erzählt ja doch immer eine recht ähnliche Geschichte. So auch hier: Ash, also die titelgebende Protagonistin, macht Jagd auf Replikaten. Und zwar richtig erfolgreich. Aber dann merkt sie irgendwann, dass das moralisch doch nicht ganz so integer ist, und wechselt die Seiten. Aber das gefällt nicht vielen Leuten, gerade das LAPD und noch mehr irgendwelche fiesen Konzerne sind von dieser Replikanten-Fraternisierung überhaupt keine Fans...
Vor allem nicht, weil dein Forschungsdurchbruch in der Replikanten-Fortpflanzung ansteht, der das Machtverhältnis zwischen Herren-Menschen und Sklaven-Replikanten umkehren könnte. Und damit sind wir also im dritten Band, in dem die Protagonistin Ash irgendwann auf die Antagonistin Niander Wallace trifft, um mit ihr sozusagen die Zukunft der Menschheit zu verhandeln. Aber bis zu diesem Punkt ist es ein langer Weg, hier wird nochmal ordentlich geprügelt, geschossen und verhört...
„Blade Runner 2039“ erzählt nichts, was man nicht schon in einem anderen SciFi-Thriller mit Verschwörungsplot gesehen hat. Ach, es erzählt noch nicht mal etwas, was man nicht irgendwann schon mal in einer Adaption des „Blade Runner“-Settings gelesen hat. Aber trotzdem macht dieser Comic einfach Spaß, denn SciFi-Verschwörungen gehen ja irgendwie immer und die Zeichnungen sind als großer Bonus auch noch sehr nett anzuschauen. Jetzt nicht das Wunderschönste, was ich je angeschaut habe, aber doch mit einer tollen Atmosphäre. Daher dürfen Fans der Reihe sehr gern den Abschlussband kaufen, den „Panini Comics“ (die mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten) mit 17 € für 112 Seiten bepreist hat.
Fazit: „Blade Runner 2039 #3 Ash“ (Link) ist ein sehr ordentlicher Cyberpunk-Verschwörungsthriller mit all den typischen Elementen, der beim Lesen viel Spaß macht und der noch dazu sehr atmosphärisch gezeichnet wurde, den man allerdings auch rasch wieder vergessen hat, weil die Geschichte nicht sonderlich innovativ ist.
