Das Familiengeheimnis: Zwei Tote im Hause Bouchard – Die „Magnificum“-Variante von „Glass Onion“

Als wir die Krimispiel-Schreiberlinge von „Magnificum“ letztens im Podcast zu Gast (Link) hatten, erzählten sie (teils auch nach der Aufnahme), wie ambitioniert, wie knifflig und auch wie lang ihr neustes Werk „Das Familiengeheimnis: Zwei Tote im Hause Bouchard“ sei – Und dass sie den Fall schon deutlich gekürzt haben und trotzdem noch 4,5 Stunden Spielzeit veranschlagen... Und auf der Verpackung prangt auch nochmal extra der Hinweis, dass dies nun der schwerste Fall des Verlags sei! Na schauen wir mal, ob ich mich da trotzdem durchbeißen konnte ;-)
 

Light Speed Arena – Das „X-Wing“ für die TikTok-Generation

Was ist eigentlich das kürzeste Gesellschaftsspiel der Welt? „32, heb auf!“ (Link) käme mir da in den Sinn, aber da das ja mehr ein Scherz ist und weniger ein echtes Kartenspiel, wird wohl „Light Speed Arena“ diese Auszeichnung erhalten... Denn dieses im allerersten Moment an „X-Wing“ (in dem ich mal für 1 oder 2 Wochen der 11.-beste Spieler in ganz Deutschland war, lang ist das her...) erinnernde Pappplättchen-Geschicklichkeitsspiel, bei dem man möglich schnell möglichst präzise und auch noch möglichst taktisch bis zu acht Raumschiffe auf Rohstoffjagd schickt, ist in knapp einer Minute durchgespielt. Okay, dann kommt noch die mehrere Minuten lange Auswertung, aber da die vollständig über eine Handy-App läuft, zählt das jetzt einfach mal nicht ins Narrativ des Ultrakurzspiels ;-)
 

Das Dinner: Die letzte Arie der alten Dame – „Magnificum“ tut, was „Magnificum“ eben so tut

Weihnachtszeit ist Krimispielzeit, zumindest bei mir. Denn wann sonst bekommt man mal genug Familienmitglieder oder Freunde an den Tisch, um sich stundenlang durch komplizierte Mordfälle zu wühlen? Neben allerlei Scharlatanen auf dem zwischen Boom und Übersättigung schwankenden Markt der Krimispiele hat sich der Stuttgarter Spezialverlag „Magnificum“ (der nicht nur in unserer Krimispiel-Podcastfolge (Link) dabei war, sondern netterweise auch ein Rezensionsexemplar rausgerückt hat) zu einer echten Institution gemausert. Zu Recht! 
 

Dark Cases: Tiefer Fall – Suppe, Saufen, Social Media

Das Jahr ist noch nicht ganz rum, aber ich wage schon mal zu behaupten, dass die Podcastfolge über Krimispiele (Link) eine der erfolgreichsten war. Logisch, immerhin ist dieses Genre gerade so populär, dass es in den einschlägigen Spieleläden und auch im klassischen Buchhandel fast schon eine Inflation solcher Titel gibt. Und wer hat zur Inflation beigetragen? Tobias Kühnlein, bekannt aus eben jener Podcastfolge (und noch bekannter für seine Arbeit als Wrestling-Kommentator), der mit seiner Partnerin Mona Dengler quasi als Corona-Projekt den ersten „Dark Cases“-Fall erschuf.

Dark Cases: Feuerfest – Die Abgründe der bayrischen Lokalpolitik

Ende September hatten Jörg & ich die große Ehre, im Podcast den Krimispiel-Autor Tobias Kühnlein begrüßen zu dürfen. Der hat während Corona mit seiner Lebensgefährtin Mona Dengler einfach mal mir nichts, dir nichts ein so gutes Krimispiel entwickelt, dass es direkt von einem etablierten Verlag veröffentlicht wurde. Die Kritiken von „Tiefer Fall“ waren auch ganz überwiegend positiv (meine folgt hoffentlich in 2 Wochen, wenn wir bis dahin einen Testtermin zustande bekommen haben), sodass die Erwartungen an den neuen Fall „Feuerfest“ natürlich enorm hoch waren. Auch von mir, denn ich würde lügen, wenn ich nicht behaupten würde, dass Tobias mir im Podcast den Mund wässrig gemacht hat ;-)
 

Kurztest: Kronologic Paris 1920

Wir haben ja erst letzten Mittwoch in der Podcast-Folge über Krimispiele (Link) gelernt, dass man wahre Verbrechen mit Deduktion und Rätselfreude auflöst und nur klischeehaft mit ewig langen Verhörszenen. Wie gut passt es daher, dass mir „Pegasus Spiele“ letztens ein Deduktionsrätselspiel zukommen lies, in welchem man die Kriminalfälle ausschließlich durch die logische Zusammenführung von Zeit, Ort & Person löst. Schauen wir mal, ob das wirklich Spaß macht...
 

Kurztest: Green Glass Door

Okay, ich bin alt. Denn offensichtlich lebe ich völlig vorbei am Puls der Jugend, die in den sozialen Medien das Ratespiel „Green Glass Door“ feiert. Auf der Verpackung steht fett „Social Media Trend“, eine schnelle Google-Recherche führt mich zu einem Artikel meiner Lokalzeitung (Link), die ebenfalls von solch einem Tiktok-Trend spricht... Aber ab wann ist ein Trend eigentlich ein Trend? Auf Tiktok hat der Hashtag lediglich 3178 Beiträge (und darunter finden sich auch auch Tiktoks, die sich tatsächlich um grüne Glastüren drehen), auf Instagram sogar nur 835. Nur zum Vergleich, #DasSchwarzeAuge (mutmaßlich nur im deutschen Sprachraum bespielt, nicht international wie #GreenGlassDoor) kommt auf immerhin 968 Tiktoks und über 36.000 Instagram-Beiträgen, selbst der explizite Hashtag der 5. Edition schafft es mit mehr als 1000 Beiträgen locker, die grüne Glastür zur übertreffen.

The King's Tournament – Der ritterliche Kampf auf 20x20 cm

Mal ganz unabhängig von den Regeln oder dem Setting gibt es genau zwei Arten von Tabletops, die mir gefallen. Einerseits epische Massenschlachten im winzigen Maßstab (wie damals „Dropzone Commander“, über das ich zu Beginn dieses Blogs enthusiastisch (Link) berichtete), andererseits Ultra-Skirmisher, bei denen man nie mehr Figuren auf dem Spielfeld hat, als Finger an der Hand ;-) Die höchste Steigerungsform von letztgenanntem Spielprinzip hat nun die deutsche Miniaturen-Schmiede „hf wargaming“ publiziert (bekannt für das großartige „All that's left“ (Link), welches sogar Zombies wieder cool machte), denn im Mittelalter-Tabletop „The King's Tournament“ spielt man epische Duelle nur noch mit einer einzigen Miniatur pro Seite!
 

Kurztest: Zilence

Bekanntermaßen erfreue ich mich sehr an Brettspielen aller Art, solange sie nicht zuuu simplifiziert sind – Wie es bei den meisten Kinderspielen der Fall ist, was ich immer wieder leidvoll feststellen muss, wenn mich mein Patenkind zu einen Runde herausfordert. Mit „Zilence“ erschien nun aber endlich mal wieder ein Kinderspiel-Vertreter, dessen Regeln so simpel sind, dass sie selbst ein junges Grundschulkind oder sogar schon ein fortgeschrittenes Kindergartenkind versteht. Aber trotzdessen macht dieses Spiel einfach richtig viel Spaß!

Kurztest: Spur des Geldes

Krimi- und auch Escape-Spiele erfreuen sich selbst nach der Pandemie ungebrochener Beliebtheit. So ziemlich jeder Verlag, der auch nur irgendwas mit Spielen (oder generell Druckwerk) zu tun hat, bringt eigene Krimi-Reihen auf den Markt. Da muss man aus der Masse natürlich hervorstechen, um nicht zwischen den mittlerweile hunderten jährlichen Neuerscheinungen unterzugehen – Gar nicht so einfach, wie zahlreiche teils nagelneue Genre-Vertreter beweisen, die man in jeder Buchhandlung und beim Spielefachhandel in der Grabbelkiste findet... Ob „Spur des Geldes“ ein solches Schicksal blühen wird?