Colony #9 Trübsal – Der schnelle Drogenrausch für SciFi-Fans

Die SciFi-Reihe „Colony“ ist so ziemlich das Comic-Äquivalent zum Drogenkonsum – Man weiß, dass es der Gesundheit schadet (zumindest hab ich schon oft den Kopf auf die Tischplatte gehauen, weil die angebliche Elite-Truppe von einer Falle in die nächste Falle tapst), und der Konsum erzeugt auch immer nur ein ganz kurzes Hochgefühl, eh man hinterher ein schlechtes Gewissen bekommt, weil man aktiv Lebenszeit verschwendet hat. Aber wie das halt so ist mit den Drogen, man weiß ja eigentlich, dass man die Finger davon lassen soll, aber dann wird man doch wieder schwach...
 

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Kurztest: Supermann: Jenseits der Erde

2024 starben in Deutschland 34060 Menschen durch diverse Unfälle, 222 durch Mord, 1845 durch Totschlag & Tötung auf Verlangen. Das sind ungefähr 99 „nicht-natürliche“ Tode pro Tag. Allein in Deutschland. Und nun stellen wir uns vor, wir wären Superman, dessen einziger Lebensinhalt es als der Vorzeigeheld des DC-Comicuniversums ist, eben genau so etwas zu verhindern. Ganz schön stressig, oder? Vor allem, weil sich Superman ja eigentlich in den USA lebt und sich aber trotzdem für die gesamte Menschheit verantwortlich fühlt – Da hat er ja quasi eine Burnout-Garantie, gerade wenn er nebenbei noch einen Vollzeitjob als Journalist hat (fünfmal höhere Depressionsrate) und seine Dauerfreundin Louis Lane ja auch noch bespaßt werden will... Kann er bei so viel Stress eigentlich mit seinem Gewissen vereinbaren, für die Rettung einer einzigen Person all diese Verantwortung zurückzulassen?
 

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Kurztest: Wiedersehen mit Comanche

Spät-Western gehören ja zu den Subgenres, bei denen der „Splitter Verlag“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte) in schöner Regelmäßigkeit mit interessanten Neuerscheinungen protzt. Man denke beispielsweise an den großartigen Einzelband „Ghost Kid“ (Link) oder an die leider mit jedem Band schlechter werdende „Die Viper“-Reihe (Link). Mit „Wiedersehen mit Comanche“ erscheint nun der nächste Vertreter dieser WildWest-Nische, bei denen ein gealterter Antiheld (oder doch Schurke?) sinnbildlich steht für den Verfall des gesamten Wilden Westens und damit auch des Amerikanischen Traums. 
 

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Kurztest: U.C.C. Dolores #6 Die Augen des Furchtlosen

Science-Fiction und WildWest-Abenteuer sind auch so zwei Genres, die einfach perfekt miteinander harmonieren... Ob der Revolver nun Bleikugeln oder Laserstrahlen rausschießt, macht halt keinen großen Unterschied für die Geschichte. Und ob die Indigenen, die von weißen Kolonisierenden vertrieben werden, nun mit Federn geschmückt um den Marterpfahl tanzen oder ob sie blau angemalte Pseudo-Aliens sind, ist auch nicht so der Story-Gamechanger. Also genug der Vorrede und ab auf den Planeten Tishala, damit die Ex-Klosterschülerin Mony mal wieder ein paar Aliens umballern kann ;-)
 

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Fineprint #2 – Weil Weihnachten ist, bin ich mal gnädig mit der Wertung für diesen Quatsch

Bei der Rezension des ersten „Fineprint“-Sammelbandes habe ich Stjepan Sejic noch vollmundig als die Comic-Variante vom Meisterregisseur Zack Snyder verglichen: Schauwerte ohne Ende, aber wenn auch noch der Autorenjob übernommen wird, dann wird ein wenig zu sehr am kreativen Rad gedreht... Nicht, dass ich damit die Lesefreude an Sejics Werken schlechtreden will, denn nicht ohne Grund habe ich mich gerade erst am „Sonnenstein“-Bildband-Crowdfunding mit viel zu viel Geld beteiligt ;-) Aber das soll halt nicht davon ablenken, dass ich manchmal glaube, dass er sich zu viele Gedanken um irgendwelche Story-Twists macht, damit er irgendeinen Grund hat, gleich noch eine Sexszene mehr in die eh schon sexreichen Geschichten einzubauen. Aber hey, es geht hier immerhin um ein Götter-Drama rund um ausufernde Sexverträge, das zugleich auch noch in der BDSM-Welt der „Sonnenstein“-Comics spielt. Klar, dass es hier nackte Haut von kopulierenden, durchweg normschönen Personen aller möglichen Geschlechter in Hülle und Fülle gibt.
 

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Ein indianischer Sommer – Sind Mord, Totschlag & Inzest wirklich preisverdächtig?

Es kommt – zumindest in den literarischen Gefilden, in denen ich mich so befinde – gar nicht mal so häufig vor, dass Comics einen eigenen Wikipedia-Artikel erhalten. Dadurch, dass diese Kooperation zwischen den beiden Genre-Größen Hugo Pratt und Milo Manara jedoch sogar preisgekrönt ist, fällt so eine Wikipedia-Würdigung dann aber doch verständlich aus. Auch wenn es deutlich sinnvollere Dinge gäbe, über die man einen Wikipedia-Artikel schreiben könnte, aber diese Macho-Egoscheiße der dortigen Wissenswächter ist ja allgemein bekannt... Egal, es soll ja nun um den Comic gehen, der schon mehrfach auf deutsch veröffentlicht wurde. Nun also vom „Splitter Verlag“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte), der hier ein 176 Seiten starkes Prachtwerk veröffentlicht, welches sogar erneut mit einem Sammel-Kunstdruck versehen wurde. Aber auch wenn die Aufmachung sehr hochwertig ist und die Zeichnungen sogar mir als Manara-Skeptiker gefallen, stellt sich halt doch die Frage, ob all die Lobeshymnen denn gerechtfertigt sind?
 

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Kurztest: Die 5 Reiche #15 Nichts anderes als leben

Es ist der 15. Band einer epischen Reihe, bei der ich mich beim ersten und nun beim dritten Zyklus gar nicht mehr einbekomme vor Lobeshymnen, während der „schlechte“ zweite Zyklus immer noch überraschend gut war – Ach, was soll ich denn jetzt hier eigentlich noch als Einleitung schreiben? Anthropomorphe Tierchen, die „Game of Thrones“ nachspielen, weil sowohl Raumkatzen als auch Löwen und Affen allesamt so richtig machtgeil sind... Ihr kennt die Reihe, ihr liebt die Reihe, also rasch rein ins Thema, damit wir schnell durch sind ;-)
 

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Kurztest: Nach Mitternacht

Vater sein ist gar nicht mal so schlecht, aber manchmal müssen die Hobbys hinter dem Nachwuchs zurückstehen – Was zwar völlig verständlich ist, aber in diesem speziellen Fall doch etwas ärgerlich. Denn „Nach Mitternacht“, bereits im August erschienen, wäre der perfekte Tipp für Halloween gewesen. Sehr gruselig, aber eher so in Richtung Schauerromantik, sodass der zartbesaitete Philipp hinterher trotzdem schlafen kann ;-) Na gut, jetzt ist es halt schon Dezember, immerhin haben wir hier nun also ein perfektes Weihnachtsgeschenk. Damit spoilere ich zwar schon meine Meinung, aber egal, dieser Comic hat einfach nur Lob verdient!
 

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Kurztest: Dawnrunner

Für das Mecha-Genre habe ich ja so eine kleine Schwäche. Beispielsweise habe ich mit Abstand in keine anderen Videospiele dieses Jahr so viel Zeit investiert wie in „Battletech“ (da gerade im zweiten Durchlauf) und in „Mechwarrior 5: Mercenaries“. Und wenn mich jemand nach einem Indie-Tipp fragt, haue ich ihm/ihr direkt „Into the Breach“ um die Ohren ;-) Ich mag das Genre also sehr, sogar den extrem trashigen ersten „Pacific Rim“ und eine ganze Menge an mitunter obskuren Mecha-Animes. Ein Comic wie „Dawnrunner“, der schon sehr an eben jenen gerade genannten Kinofilm erinnert, müsste also ganz nach meinem Geschmack sein. Aber ist er es auch?
 

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Kurztest: In Vino Veritas

Das gesamte Jahr 2025 und damit auch das Comic-Jahr 2025 neigt sich langsam dem Ende zu. Viele neue Erkenntnisse wurden gewonnen, auch im Nerd-Bereich, und da auch wieder speziell bei den Comics. Die größte und positivste Erkenntnis meinerseits war wohl, dass das „Splitternackt“-Imprint des „Splitter Verlags“, an dem ich nun schon so viele Jahre herumkritisiert habe, tatsächlich auch gute Comics hervorbringen kann. Keine Meisterwerke, aber irgendwie waren dieses Jahr „Thrax“ (Link) und „Die süßeste aller Früchte“ (Link) doch überraschend gut. Und auch „In Vino Veritas“, mein letztes „Splitternackt“-Rezensionsexemplar in diesem Jahr, zeigt noch einmal das Potential des Imprints für franko-belgischen Schmuddelkram.
 

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