Kurztest: Die Kathedralenbauer von Orléans

Und dann war mal wieder Weihnachten, großer Familienbesuch, und irgendwann kommt dann ein Brettspiel auf den Tisch. Und auf Konfrontation hat angesichts der Weltlage irgendwie niemand Lust, also sind wir mal kooperativ und bauen gemeinsam eine Kathedrale für eine bessere Welt. Aber macht das auch Spaß? „Die Kathedralenbauer von Orléans“ versetzt die 2 - 4 Spielenden ab 8 Jahren zurück ins Jahr 1598. Innerhalb von drei Runden müssen Rohstoffe und Baupläne gesammelt werden, um damit dann eine Kathedrale zu errichten. Dabei braucht es die Mithilfe aller, sowohl innerhalb der Spielwelt (Mönche, Händler, Ritter & Bauern – Jeder muss anpacken ;-)) als auch vor dem Spielbrett.

Der perfekte Plan – Filmreif, aber nicht perfekt

Rätsel- & Escape-Spiele sind auch viele Jahre nach ihrem Durchbruch im Massenmarkt der „Mainstream-Gesellschaftsspiele“ (besonders, aber nicht nur, dank der EXIT-Serie (Link)) ein vielfach beliebtes Nischengenre. Jedes Jahr beglücken uns zahllose Verlage, selbst wenn sie normalerweise nichts mit Brettspielen am Hut haben, mit immer neuen Produkten (vom Spielbuch bis hin zum Adventskalender).

Kurztest: Figurata

Zum Abschalten nach einer anstrengenden Rollenspiel-Runde oder aber bei einer feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier darf es bei uns gern mal ein einfaches Partyspiel sein. Und hier kommen wir zu „Figurata“, bei dem Kinder und Jugendliche spielerisch an komplexe Bewegungen und Körperbeherrschung herangeführt werden sollen – Wobei die darzustellenden Figuren durchaus auch für Erwachsene herausfordernd sein können... „Figurata“ ist prinzipiell ein sehr einfaches Spiel: Es gibt 70 doppelseitig bedruckte Spielkarten, welche jeweils eine darzustellende Figur abgebildet haben. Davon werden 25 Stück ausgelegt und nummeriert. Und dann kann es auch schon losgehen!

Black Hole Buccaneers – Reicht viel Popkultur für den Hype?

Es passiert ja immer mal wieder, dass irgendein Spiel einmal quer durch meine Nerd-Bubble geht, also dass alle davon reden oder es sogar spielen. Meistens handelt es sich dann um krass erfolgreiche Kickstarter oder wieder mal kontroversen DSA-Kram (Link) ;-) Ganz selten aber löst ein eher simples Kartenspiel solch ein Interesse aus. Und „Black Hole Buccaneers“ ist eben genau solch ein simples Kartenspiel, bei dem weniger ausgeklügelte Spielmechaniken als vielmehr zahlreiche popkulturelle Anspielungen im Vordergrund stehen.

Sleepwalkers: Imperial Rivalries and the Great War – Eskalationsdominanz zum Selberspielen

Wenn man von einem Doktor einen Brief bekommt, dann ist das meistens keine schöne Sache. Entweder schickt eine Arztpraxis irgendwelche schlechten Befunde oder irgendeine Anwaltskanzlei hat wieder mal einen Grund zur Abmahnung gefunden ;-) Eine Ausnahme gibt es aber, nämlich wenn der Doktor mit Nachnamen Richter heißt. Denn dann enthält der Brief wieder mal eine spaßige Mini-Konfliktsimulation. Eskalationsdominanz, ein nicht unumstrittener Begriff aus der Konfliktforschung (ein erster Atombomben-Abwurf ist gerade mal Stufe 6 von 10 – WHAT THE FUCK???), geistert in den letzten Monaten wegen des russischen Angriffskrieges immer wieder durch die Medien. Mag uns Putin jetzt schon nicht mehr, weil wir woanders Gas kaufen?

Kurztest: Katapult Fehde

Tabletop-Spiele mit Miniatur-Rittern, welche die gegnerische Armee kaputt hauen, machen mega viel Spaß. Zugegebenermaßen sind die Regeln aber oft zu schwer, damit man so etwas schon mit einem Vorschulkind spielen kann. Und da kommt „Katapult Fehde“ in Spiel, bei man man Ritter-Miniaturen nebst Burgmauern mit einem geschickt ausgerichteten Katapult zu Klump schießt :-D Da es sich um ein ausgesprochenes Kinderspiel handelt (laut „Pegasus Spiele“, die mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben, ab 6 Jahren und mit 15 – 20 Minuten Spieldauer), sind die Regeln entsprechend einfach.

Kurztest: Hunch!

Kennt ihr das, wenn man ein Brett- oder Kartenspiel einfach nicht begreifen will? Wenn selbst die Lektüre des gerade mal achtseitigen Regelwerkes oder das Anschauen von Erklärvideos auf Youtube nichts bringt? Und dann kämpft man sich irgendwie durch, denn „Nice Game“ will für sein Testmuster natürlich eine Rezension haben, und dann platzt irgendwann der Knoten! Und man denkt sich „Ach sooo soll das funktionieren :-D Das macht ja wirklich Spaß!“ – Und das, liebe Lesende, war die Geschichte vom Ratespiel „Hunch!“ ;-) 

 
Also wirklich keine Ahnung, warum wir alle beim Spieleabend ein Brett vorm Kopf hatten. Vielleicht, weil das altbekannte Spielprinzip des Begriff-Erratens durch die Hinweisinterpretation – sowohl durch einem selbst, wenn man Hinweise erfindet, als auch durch die Mitspielenden – und das Wettbieten etwas gewöhnungsbedürftig ist? Wer weiß...

All that's left: Winter Warfare – Konsequente Erweiterung mit Russen-Rebranding

Wie viel Pech kann man eigentlich bei der Spieleentwicklung haben? Da erschafft man mühselig über viele Jahre ein Tabletopregelwerk, bastelt an hübschen Modellen und denkt sich eine passende Hintergrundgeschichte aus – Plötzlich ist Corona da und der „2020 kommt das Killervirus“-Storytwist gilt fälschlicherweise als billige Marketingmasche. Und mit so viel Pech (oder prophetischer Gabe) geht es weiter, denn dann bastelt man eine Kampagne über die „Mütterchen Russland“-Fraktion, welche gegen die Vereinten Europäer einen Winterkrieg vom Zaun bricht (daher auch der Titel dieser Erweiterung), und dann kommt auch dieses Buch genau dann auf den Markt, als das realweltliche Russland wirklich einen Angriffskrieg führt...

Kurztest: Munchkin Babys

Langsam fallen mir schon gar keine Einleitungen mehr ein für die dutzenden Setting-Varianten des konfrontativen Kartenspiel-Klassikers „Munchkin“ – Vom eng an dem Ursprungsgedanken einer Rollenspiel-Parodie liegenden „Munchkin & Mazes“ (Link) bis hin zur grimmig-dunklen, aber halt trotzdem satirisch-leichtherzigen Lizenzvariante im „Warhammer 40.000“-Universum (Link) gibt es mittlerweile eine unfassbare Bandbreite, welche die immer gleichen Regeln immer neu verwurstet.