Der neue „Rick Master“ in meinen Händen, endlich! Und ich habe gezittert wie Espenlaub! Nicht, weil mir kalt war, und erst recht nicht, weil der Kriminalfall so spannend war. Nein, ich habe gezittert, weil die letzten drei Fälle überaus schlecht waren (Link), sodass ich mich sehr um die Zukunft des traditionsreichen Journalisten gesorgt habe. Doch wenn man mal den Bodensatz erreicht hat, dann kann es nicht weiter abwärts gehen, und so verkünde ich fröhlich: Rick Master ist zurück! Vielleicht nicht mit seinem besten Fall, aber doch mit einem ziemlich guten, der auch gleich noch einen ganz entscheidenden Charaktermoment enthält. Also gehen wir mal direkt rein!
 

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Über Rick Master an sich muss ich den Fans dieses Blogs nichts mehr erzählen, immerhin ist das schon die achte Rezension. Der ist halt ein französischer Investigativ-Journalist, dessen einzige Schwächen sein quietschgelber Porsche und seine viel zu junge Kollegin bzw. jetzt Verlobte Nadine sind. Nun hat er es dank seiner tollen Zeitungsartikel und einer neuen Buchveröffentlichung zu einer gewissen Bekanntheit geschafft, sodass er in eine Call-In-Fernsehsendung eingeladen wird. Eigentlich ein netter PR-Termin, doch eine Anruferin wirft ihm vor, dass all die von ihm überführten Verbrecher irgendwann wieder in die Freiheit entlassen werden – Law & Order sollte lieber in die eigene Hand genommen werden, weshalb (minimaler Spoiler!) eben jene Anruferin nun einen Feldzug gegen die Unterwelt beginnt. Rick und Nadine sind nicht nur ihr rasch auf den Fersen, doch die Verbrecher rücken ihrerseits besonders Nadine zu Leibe, und am Ende eskaliert dieser Selbstjustiz-Feldzug so dermaßen, dass Rick eine Entscheidung über Leben und Tod treffen muss...

Dieser „Rick Master“ ist anders als all die anderen, die bisher im „Splitter Verlag“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte) publiziert wurden. Er ist erstens härter & tödlicher und zweitens gelegentlich in seiner narrativen und zeichnerischen Umsetzung ein wenig schlampiger. Ersteres wird alteingesessenen Fans der Reihe nicht gefallen (beziehungsweise tut es nicht, wenn man sich etwa die französischen Rezensionen anschaut), macht den Strahlemann-Protagonisten aber interessanter. Zweiteres hat mich als „Durchschnittsleser“ gestört. Hier macht die Geschichte mal größere, mal kleinere Zeitsprünge, ohne dass man nachvollziehen kann, wie weit gesprungen wurde. Gerade noch waren Bäume im vollen Laub (zur Hälfte, die andere Hälfte der Bäume ist ratzekahl), dann liegt plötzlich Schnee. Und die Leichenstarre setzt hier auch direkt beim Tod ein... Ich habe so ein wenig das Gefühl, als hätte der Szenerist Zidrou bei diesem Band einerseits unter großem Druck gestanden, weil die letzten Kritiken (auch von mir) vernichtend waren, weswegen er sich besonders viel Mühe für einen epischen Kriminalfall nebst neuer „Bossgegnerin“ gegeben hat. Nur hat er andererseits halt nur 48 Seiten zur Verfügung, sodass er massiv Plot zusammenstreichen musste... Letztlich ist der Band dadurch zwar immer noch unterhaltsam, aber ich frage mich, wie viel unterhaltsamer er gewesen wäre, wenn einfach mehr Seiten zur Verfügung gestanden hätten. Schade!
 

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Fazit: „Die neuen Fälle von Rick Master #8“ (Link) ist deutlich besser als die Bände 5-7, aber an die Hochzeiten der Reihe kann auch der aktuelle Kriminalfall nicht anknüpfen.

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