„Ein Barcelona-Krimi“, so der Untertitel dieses Comics, weckt bei mir immer sofort die Assoziation mit mal mehr, mal weniger gut gelungener öffentlich-rechtlichen Abendunterhaltung. Aber damit könnte ich falscher nicht liegen, denn Jordi Lafebre präsentiert hier schon zum zweiten Mal in Folge einen zwar mitunter skurrilen, vor allem aber unglaublich spannenden und einfach gut erzählten Kriminalfall.
 

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Die Protagonistin Eva ist Psychotherapeutin, die jedoch eigentlich selbst Therapie bräuchte. Denn sie übertritt nicht nur öfters die Grenze zur Manie, sie sieht auch noch ihre verstorbenen Vorfahren – was tatsächlich ein Highlight ist, da diese ihr Verhalten gern kritisch kommentieren und sie auch ab und an ein paar Tipps parat haben, damit der Krimi-Plot weitergeht. Denn Eva steckt ihre Nase dank ihrer Neugier immer mal wieder in Angelegenheiten, die sie eigentlich gar nichts angehen und die sie deswegen auch in Lebensgefahr bringen...
 

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Diesmal ist einer ihrer Patienten, ein junger Top-Spieler des örtlichen Fußballvereins, wie vom Erdboden verschwunden. Die Polizei interessiert sich gar nicht so recht dafür, ist sie doch beschäftigt mit dem Tod einer Prostituierten und später auch dem Tod eines Neonazis. Na und jetzt ratet mal, was passieren wird? Genau, das Verschwinden und die beiden Tode hängen natürlich alle miteinander zusammen. So offensichtlich diese Verbindungen auch sind (ich hab ungefähr nach der Hälfte der 112 Seiten schon so ziemlich genau gewusst, worauf das jetzt hinausläuft), so spannend und unterhaltsam werden sie von Eva erzählt. Die sitzt nämlich gemeinsam mit der sie verdächtigenden Polizei beim Therapeuten, um in chronologischer Reihenfolge und in allerhöchster Detailtiefe (inklusive aller Eskapaden) von ihren Ermittlungen zu erzählen. Und das ist ein echt wilder Ritt!

Auf die eigentliche Handlung will ich nun gar nicht groß eingehen, immerhin soll sich jede und jeder selbst daran erfreuen, aber die Figuren an sich liegen mir am Herzen. Egal ob die Protagonistin selbst oder auch die relevanten Nebenfiguren, alle sind sie interessant geschrieben und meistens auch tief genug charakterisiert, dass man mit ihnen mitfiebert. Zudem sieht das alles wieder richtig gut aus, sodass man den „Splitter Verlag“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte) nur dazu beglückwünschen kann, dass er solch ein Krimi-Juwel ins Portfolio aufgenommen hat.
 

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Fazit: „Ich bin ein verlorener Engel: Ein Barcelona-Krimi“ (Link) ist ein ganz wunderbar erzählter Krimi, der auch dann bestens unterhält, wenn den Braten schon zu früh gerochen hat.

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