Kurztest: Splittermond: Die Narren von Aylantha

Das deutsche Fantasy-Rollenspiel „Splittermond“ verbinde ich persönlich mit heldenhaften AbenteurerInnen, die sich gegenseitig die Zaubersprüche um die Ohren hauen und dann auf der Tickleiste haarklein nachrechen, wer jetzt gerade die Initiative hat :-P Umso gespannter war ich daher auf das neue Abenteuer „Die Narren von Aylantha“, welches seinen Fokus ganz explizit auf Sozialspiel und Ermittlungen legt. Kann so etwas überhaupt Spaß machen? Jedes Jahr findet in Aylantha, einer Hafenmetropole des mertalischen Städtebundes, ein weltbekannter Künstlerwettbewerb statt.

Achtung! Cthulhu: Ehrenkodex – Detailfreudige Sandbox mit drangeklatschtem Abenteuer

Einen kleinen, aber feinen Vorteil haben „Achtung! Cthulhu“-SpielerInnen, wenn sie auf die vom „Uhrwerk Verlag“ lokalisierte Fassung der „Nullpunkt“-Kampagne zurückgreifen: Zwar erschienen die einzelnen Abenteuer logischerweise später als die englischsprachigen Originale, dafür war der Abstand der Bände aber deutlich geringer. Lediglich ein Jahr ist es her, dass das bisher beste Abenteuer „Helden der See“ (Link) erschien.

Märchenkrieger, LOS! – Einhornjäger mit zwei Seelen in einer Brust

Das universelle „Fate“-Regelsystem – egal ob in der Geschmacksrichtung „Turbo“ oder „Core“ – ist ja dafür bekannt, dass seine SpielerInnen immer wieder großartige Spielwelten erschaffen. Da war es nur konsequent, dass vor ein ein paar Jahren die „Fate Core Weltenbandchallenge“ ausgerufen wurde. Weit vorn (Link) landete damals der Grimms Märchen-Anime-Mix „Märchenkrieger, LOS!“, welcher im letzten Jahr mittels Crowdfunding finanziert und kürzlich veröffentlicht wurde. Zum eigentlichen Setting muss man eigentlich gar nicht viel schreiben: Die Grenze zwischen unserer historischen Realität des Jahres 1870 und der Märchenwelt der Brüder Grimm ist brüchig geworden.

NoReturn: Sperrzone New York – Leichenfledderei in der Robotikklinik

Das dystopische Indie-Rollenspiel „NoReturn“ (Link) war in den letzten Jahren ein echter Geheimtipp: Von einer kleiner Gruppe IdealistInnen rund um Manfred Alterschmidt innerhalb von zwei Jahrzehnten entwickelt, verkaufte sich der Endzeit-Cyberpunk-Mix erstaunlich gut. Zu Verdanken ist das sicherlich nicht nur den sehr engagierten SupporterInnen (Link), sondern auch dem lebendigen Regelwerk (Link), welches kostenlos immer neue Inhalte nachliefert.

Dungeons & Dragons Einsteigerset – Spaßige Schnupperbox für Ein- und Umsteiger

Kein anderes Rollenspiel hat das Hobby so sehr geprägt wie „Dungeons & Dragons“. Die erste Edition war eine Spiele-Revolution (siehe dazu auch die sehr gute Comic-Biografie „Der erste Spielleiter“ (Link)), die dritte Edition war der Inbegriff taktisch-stochastischer Monsterschnetzelei und die vierte Edition war der eher mäßig gelungene Versuch, moderne Videospiel-Regelmechaniken zu implementieren. Nun also die fünfte Edition, welche nach den anfänglichen Unkenrufen unverbesserlicher „Früher war alles besser“-Skeptiker doch überraschend positive Resonanz fand.

Kurztest: Private Eye: Dreadnought: Fürchte nichts!

Wenn ich mich mit anderen RollenspielerInnen über das viktorianische Detektiv-Rollenspiel „Private Eye“ unterhalte, dann höre ich sehr oft, dass mit diesem W100-System primär heimtückische Morde in höheren Adelskreisen assoziiert werden. Sicherlich liegt man mit diesem Gedanken auch gar nicht falsch, schlagen doch einige der besten Abenteuer (z.B. „Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy“ (Link)) genau in diese Kerbe.

Ein ruhiges Jahr – Erzählrollenspiel oder Laberbrettspiel?

Der kleine, aber feine Verlag der Podcast-Kollegen von „System Matters“ ist besonders bekannt für seine kleinen, aber feinen und zudem auch mehrfach preisgekrönten Indie-Erzählspiele. Hier stehen keine komplizierten Regelmechaniken, sondern das erzählorientierte Erlebnis im Vordergrund – Und doch gibt es eine mannigfaltige Varianz an Probenmechanismen: Von klassischem W6-Überwürfeln (“Geh nicht in den Winterwald“) über reine Sprachregelungen ("Die Liebe in den Zeiten des Seiðr“) bis hin zur Einbindung von Geschicklichkeitsspielen (“Dread“) ist alles dabei. Darum stellte sich für mich primär die Frage, welche Spielmechaniken sich hinter dem Malerei-Erzählspiel „Ein ruhiges Jahr“ verstecken würde? 

 

Ultima Ratio: Die Harland-Chroniken #1 Das Gift der Schlange – Auf den Punkt alles, was man braucht

Das deutsche SciFi-Cyberpunk-Rollenspiel „Ultima Ratio“ hat sich ja mit jeder neuen Erweiterung ein kleines Stück weit verbessert und ein immer befriedigenderes Spiel(leiter)erlebnis geboten. Den größten Schritt nach vorn machte natürlich der Editionswechsel auf 2.0 (Link), der eigentlich nur noch einen kleinen Makel hatte: Das Fehlen eines offiziellen Abenteuers, mit dem man erahnen kann, in welche spielerische und erzählerische Richtung das Setting eigentlich geht.

Kurztest: New Hong Kong Story

Was haben Rollenspiele und asiatische Actionfilme gemeinsam? Beide haben ein enthusiastisches, aber im Verhältnis doch eher nischiges Publikum. Wer sich aber für beide Themen begeistern kann, sollte sich mal das cineastische Action-Rollenspiel „New Hong Kong Story“ anschauen, in welchem man sich als asiatischer Schauspieler sowohl in verschiedensten Filmen als auch auf dem roten Teppich beweisen muss… Am Beginn der Schauspielkarriere steht natürlich die Erschaffung des Charakters: Natürlich braucht man einen coolen Künstlernamen und ein kinotaugliches Aussehen, doch letztendlich läuft es von der Spielmechanik her doch auf eine Punkteverteilung auf verschiedene Attribute und Fähigkeiten hinaus.