Märchenkrieger, LOS! – Einhornjäger mit zwei Seelen in einer Brust

Das universelle „Fate“-Regelsystem – egal ob in der Geschmacksrichtung „Turbo“ oder „Core“ – ist ja dafür bekannt, dass seine SpielerInnen immer wieder großartige Spielwelten erschaffen. Da war es nur konsequent, dass vor ein ein paar Jahren die „Fate Core Weltenbandchallenge“ ausgerufen wurde. Weit vorn (Link) landete damals der Grimms Märchen-Anime-Mix „Märchenkrieger, LOS!“, welcher im letzten Jahr mittels Crowdfunding finanziert und kürzlich veröffentlicht wurde. Zum eigentlichen Setting muss man eigentlich gar nicht viel schreiben: Die Grenze zwischen unserer historischen Realität des Jahres 1870 und der Märchenwelt der Brüder Grimm ist brüchig geworden.

NoReturn: Sperrzone New York – Leichenfledderei in der Robotikklinik

Das dystopische Indie-Rollenspiel „NoReturn“ (Link) war in den letzten Jahren ein echter Geheimtipp: Von einer kleiner Gruppe IdealistInnen rund um Manfred Alterschmidt innerhalb von zwei Jahrzehnten entwickelt, verkaufte sich der Endzeit-Cyberpunk-Mix erstaunlich gut. Zu Verdanken ist das sicherlich nicht nur den sehr engagierten SupporterInnen (Link), sondern auch dem lebendigen Regelwerk (Link), welches kostenlos immer neue Inhalte nachliefert.

Dungeons & Dragons Einsteigerset – Spaßige Schnupperbox für Ein- und Umsteiger

Kein anderes Rollenspiel hat das Hobby so sehr geprägt wie „Dungeons & Dragons“. Die erste Edition war eine Spiele-Revolution (siehe dazu auch die sehr gute Comic-Biografie „Der erste Spielleiter“ (Link)), die dritte Edition war der Inbegriff taktisch-stochastischer Monsterschnetzelei und die vierte Edition war der eher mäßig gelungene Versuch, moderne Videospiel-Regelmechaniken zu implementieren. Nun also die fünfte Edition, welche nach den anfänglichen Unkenrufen unverbesserlicher „Früher war alles besser“-Skeptiker doch überraschend positive Resonanz fand.

Kurztest: Private Eye: Dreadnought: Fürchte nichts!

Wenn ich mich mit anderen RollenspielerInnen über das viktorianische Detektiv-Rollenspiel „Private Eye“ unterhalte, dann höre ich sehr oft, dass mit diesem W100-System primär heimtückische Morde in höheren Adelskreisen assoziiert werden. Sicherlich liegt man mit diesem Gedanken auch gar nicht falsch, schlagen doch einige der besten Abenteuer (z.B. „Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy“ (Link)) genau in diese Kerbe.

Ein ruhiges Jahr – Erzählrollenspiel oder Laberbrettspiel?

Der kleine, aber feine Verlag der Podcast-Kollegen von „System Matters“ ist besonders bekannt für seine kleinen, aber feinen und zudem auch mehrfach preisgekrönten Indie-Erzählspiele. Hier stehen keine komplizierten Regelmechaniken, sondern das erzählorientierte Erlebnis im Vordergrund – Und doch gibt es eine mannigfaltige Varianz an Probenmechanismen: Von klassischem W6-Überwürfeln (“Geh nicht in den Winterwald“) über reine Sprachregelungen ("Die Liebe in den Zeiten des Seiðr“) bis hin zur Einbindung von Geschicklichkeitsspielen (“Dread“) ist alles dabei. Darum stellte sich für mich primär die Frage, welche Spielmechaniken sich hinter dem Malerei-Erzählspiel „Ein ruhiges Jahr“ verstecken würde? 

 

Ultima Ratio: Die Harland-Chroniken #1 Das Gift der Schlange – Auf den Punkt alles, was man braucht

Das deutsche SciFi-Cyberpunk-Rollenspiel „Ultima Ratio“ hat sich ja mit jeder neuen Erweiterung ein kleines Stück weit verbessert und ein immer befriedigenderes Spiel(leiter)erlebnis geboten. Den größten Schritt nach vorn machte natürlich der Editionswechsel auf 2.0 (Link), der eigentlich nur noch einen kleinen Makel hatte: Das Fehlen eines offiziellen Abenteuers, mit dem man erahnen kann, in welche spielerische und erzählerische Richtung das Setting eigentlich geht.

Kurztest: New Hong Kong Story

Was haben Rollenspiele und asiatische Actionfilme gemeinsam? Beide haben ein enthusiastisches, aber im Verhältnis doch eher nischiges Publikum. Wer sich aber für beide Themen begeistern kann, sollte sich mal das cineastische Action-Rollenspiel „New Hong Kong Story“ anschauen, in welchem man sich als asiatischer Schauspieler sowohl in verschiedensten Filmen als auch auf dem roten Teppich beweisen muss… Am Beginn der Schauspielkarriere steht natürlich die Erschaffung des Charakters: Natürlich braucht man einen coolen Künstlernamen und ein kinotaugliches Aussehen, doch letztendlich läuft es von der Spielmechanik her doch auf eine Punkteverteilung auf verschiedene Attribute und Fähigkeiten hinaus.

Dungeon World - Erzählspiel-Wolf im Dungeonschnetzler-Schafspelz

Es fing alles ganz harmlos an: Mein Podcast-Kumpel Herbert (Link) schlug vor, wir könnten nach all den Steampunk- & Cthulhu-Abenteuern ja endlich mal einen Dungeon Crawler in einem klassischen Fantasy-Setting spielen. Schön durch Höhlen und Verliese schnetzeln, dabei aufleveln und Loot farmen... Es gäbe da dieses „Dungeon World“, das könnte man ja ausprobieren, das klingt doch genau nach dem, was wir jetzt brauchen...

Kurztest: Dread

Nicht nur MathematikerInnen wissen, dass Minus mal Minus überraschenderweise Plus ergibt ;-) Mit der gleichen Rechenformel kann man auch mein Verhältnis zum Indie-Rollenspiel „Dread“ darstellen: Obwohl ich zu beiden Faktoren (Horror-Genre und würfelfreies Erzählspiel) einzeln betrachtet jeweils eine ziemlich negative Einstellung habe, kommt hier als Produkt eine positive Meinung raus. Klingt komisch, ist aber so :-D Aber warum ist das so? „Dread“ ist ein primär auf OneShots ausgelegtes Erzählrollenspiel im Horror-Genre, welches komplett ohne eine klassische randomisierende Spielmechanik (also z.B. Würfel oder Karten) auskommt. Stattdessen zieht man Steine aus einem „Jenga“-Turm – Fällt er nicht um, hat man die Probe geschafft.