Wieder mal eine Phantastik-Konzeptserie erdacht von J.L. Istin, wieder mal mit fünf unabhängig voneinander lesbaren Bänden, und wieder mal gezeichnet und geschrieben von diversen franko-belgischen Kunstschaffenden... Wieder mal das Gleiche? Vielleicht! Aber auch wieder mal viel Lesespaß? Absolut! Denn obwohl ich ja nicht so der große Piraten-Fan bin, haben mich bereits die Abenteuer von „Thoorak“ (Link) sehr gut unterhalten und so ist meine Hoffnung natürlich riesig, dass mir auch Orvanns Leidensweg eine vergnügliche Zeit bringen wird...
 

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Der gealterte Leuchtturmwärter Orvann war mal nicht nur der Meister der Kraken, sondern auch schwer verliebt. Leider zerbrach das Glück in einem Schneesturm, weshalb sich der Witwer nun mit massivem Alkoholkonsum tröstet. Als ein echter Bruder der Stürme hat er es aber doch immer noch irgendwie geschafft, das Feuer des Leuchtturms brennen zu lassen – Bis jetzt! Denn als er von Soldaten unsanft geweckt wird, hat sein Versäumnis gleich drei Handelsschiffe an den gefährlichen Klippen von Atennfeld zerschellen lassen. Logisch, dass die Bruderschaft selbst einem verdienten Veteranen eine solche Nachlässigkeit nicht durchgehen lassen kann, und so landet er im Kerker. Doch alsbald stellt Orvann fest, dass seine Trinkfestigkeit gar nicht abgenommen hat, sondern dass ihm irgendwer Gift in den Wein gemischt hat und dass er folglich nur ein kleines Rädchen in einer reichsweiten Intrige zwischen der Bruderschaft und dem Kaiserreich ist. Also macht er, was er am besten kann, nämlich sehr viele Leute sehr unschön umbringen... Quasi wie John Wick, nur in der Fantasy-Piraten-Variante ;-)
 

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Und eben auch wie John Wick erlebt Orvann im zweiten Band der „Die Bruderschaft der Stürme“-Konzeptreihe einen langsamen, aber doch kontinuierlichen Abstieg voller Nackenschläge, die ihn kurze Erfolgsmomente rasch wieder vergessen lassen. Das liest sich entsprechend trostlos, passt aber atmosphärisch gut in diese gnadenlose Welt aus Piraterie-Verklärung und Fantasy-Mittelalter. Dass ich nun trotzdem arg begeistert bin, liegt weniger an der etwas hastig erzählten Geschichte des Szenaristen Sylvain Cordurié (ehrlich, dem hätte man gern ein paar mehr als nur 56 Seiten zugestehen dürfen), sondern vielmehr an den großartigen Zeichnungen des Kreativduos Créty (Illustrationen) und Nanjan (Kolorierung). Die sind so atmosphärisch, man glaubt fast schon, man wäre selbst in der Fantasywelt Aratheon mit dabei ;-) Also ein wirklich guter Piraten-Comic, für den man bedenkenlos die 18 Euro ausgeben kann, die der „Splitter Verlag“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte) für das Hardcover verlangt.
 

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Fazit: Wie schon der Auftaktband macht „Die Bruderschaft der Stürme #2 Orvann“ (Link) deutlich mehr Spaß, als man auf den ersten Blick glauben würde. Vielleicht ist die Geschichte ein wenig trostlos, aber das machen die tollen Zeichnungen locker wieder wett!

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