Bösewichte, die sich zum Guten bekehren lassen, und natürlich auch umgekehrt, gibt es nicht nur im Wrestling zuhauf. Nein, auch in Superhelden-Comics passiert das gefühlt aller fünf Minuten. Mittlerweile ist es gar nicht mehr selten, dass sie dabei in so einem moralischen Antihelden-Zwischending feststecken – immer noch zu fies, um wirklich lieb zu sein, aber eben auch nicht mehr klischeehaft böse. Harley Quinn und ihre Sirenentruppe (Link) ist da ein ganz aktuelles Beispiel. Auf der anderen Seite des Superhelden-Äquators, im Hause MARVEL, hat es nun die Diebin Felicia Hardy a.k.a. Black Cat auf die gute Seite verschlagen. Allerdings aus sehr egoistischen und daher doch bösen Motiven, was diesen 120 Seiten dicken Auftaktband doch ganz reizvoll macht.
 

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Black Cat ist als Bösewichtin ja primär deswegen so interessant, weil sie nicht mit übernatürlichen Superfähigkeiten gesegnet wurde. Während Daredevil einfach in integriertes Sonar im Kopf hat und Spider-Man die Wände hochklettert, muss sie regelmäßig zum Sport und auch gelegentlich eine Schönheitskur einlegen. Und das geht ziemlich ins Geld, da versteht man fast schon, dass sie den Weg einer professionellen Diebin eingeschlagen hat. Nun passiert aber im komplexen MARVEL-Metaplot gerade ein finsterer Plan, der Spider-Man aus der Rolle des netten Nachbarschaftswächters verdrängt. Wodurch die Leute noch paranoider werden und ihre Geldbörsen noch fester umklammern – keine gute Zeit für Profi-Diebinnen. Also muss Black Cat nun selbst zur Superheldin werden, denn erst wenn sich New York wieder sicher fühlt, wird es wieder nachlässiger. Und dann kann der große Raubzug beginnen...

Eine Person ohne Superkräfte, die versucht das Richtige zu tun und die dabei nur Chaos anrichtet – Das hat schon bei den legendären „Kick Ass“-Comics funktioniert und auch bei dem Indie-Superheldenfilm „Super“. Und das funktioniert anfangs auch ganz gut bei „Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft“, gerade weil immer mal wieder kleine Humor-Spitzen eingestreut werden. Beispielsweise interessiert sich die Öffentlichkeit viel mehr für ihr Liebesleben anstatt ihre plötzlichen guten Werke – Ja, das ist platte Medienkritik, aber schmunzeln musste ich trotzdem. Aber dann wird die Geschichte ein wenig vorangetrieben, die Bösewichte werden mächtiger und die Antagonisten für den zukünftigen Verlauf der Reihe werden in Stellung gebracht. Und das ist dann alles zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht besonders gut, sondern einfach nur durch und durch solide. Ebenso verhält es sich mit den Zeichnungen, die mir persönlich etwas zu mausig gemacht sind, aber auch hier gibt es eben keine Ausreißer nach oben oder unten. Also insgesamt durch und durch solide Durchschnittskost, die das Portfolio von „Panini Comics“ (die mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten) nicht belastet, aber eben auch nicht krass bereichert.
 

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Fazit: „Black Cat #1 Die freundliche Katze aus der Nachbarschaft“ (Link) ist ein netter Comic-Auftakt, der mich noch nicht wirklich mitgerissen hat, aber eben auch nicht abgeschreckt.

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