Ach komm, ich mach mich gleich zu Beginn dieser Rezension unbeliebt. Denn ich finde „Stranger Things“ grandios überbewertet, besonders die fünfte Staffel – Nicht, dass ich es nicht trotzdem geschaut habe (und bis auf das Finale auch relativ zeitnah und zügig), aber den populär-kulturellen Einfluss inklusive krasser 80er-Nostalgie konnte ich nie so wirklich nachvollziehen. Immerhin, und das muss man der Serie zugestehen, hat sie sich durchaus positiv auf die Bekanntheit des D&D-Hobbies ausgewirkt. Und ich schreibe hier explizit speziell „D&D-Hobby“ und nicht allgemeiner „Rollenspiel-Hobby“, denn „Dungeons & Dragons“ wird in der breiteren Masse durchaus als einzigartiges Rollenspiel ohne jegliche Konkurrenz wahrgenommen. Glaubt ihr nicht? Hab ich auch nicht, bis ich diese Erfahrungen dann in meinem eigenen Bekanntenkreis gemacht habe. Aber glaubt nicht mir, sondern sehr viel schlaueren Leuten, die sehr viel tiefer in der Materie drinstecken, denn wir haben dazu bereits vor 2 Jahren eine ganze Podcastfolge aufgenommen:

Soll ich mich noch unbeliebter machen? Okay, man gönnt sich ja sonst nichts ;-) Ich finde den „Hellfire Club“ total schrecklich, und hier ganz explizit den Publikumsliebling Eddie Munson. Was für ein unsympathischer Typ, mit dem würde ich keine D&D-Runde spielen wollen. Aber Fans des Podcasts wissen, dass ich mich wieder ein wenig mit ihm und damit mit dem gesamten „Hellfire Club“ versöhnt habe. Denn die ihm gewidmete Comic-Reihe „The Rise of Hellfire“ (Link zur entsprechenden Podcast-Kapitelmarke) hat ihn dann doch menschlicher erscheinen und mich deshalb überlegen lassen, warum denn der „Hellfire Club“ so beliebt ist, dass selbst explizite Nicht-Nerds (und damit meine ich nicht nur Nicht-D&D-Spielende, sondern wirklich Nicht-Nerdkram-Fans) stolz mit Höllenfeuer-Merchandise durch die Gegend laufen. Sicherlich liegt es einerseits daran, wie das Club-Gesicht Eddie wahrgenommen wird, denn rebellische Metal-Typen mit Satanismus-Touch gelten ja gemeinhin als cool (also genau das Gegenteil von dem, was sein Umfeld in der Serien-Realität von ihm denkt). Und andererseits bietet der „Hellfire Club“ ganz unabhängig von der D&D-Thematik etwas, was heutzutage weitestgehend fehlt (wenn man nicht gerade auf dem Dorf beim Schützenverein aktiv ist), nämlich Gemeinschaft und einen Rückzugsort von der schnelllebigen, erdrückenden Realität. 
 

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Es ist also kein Wunder, dass es zu „Stranger Things“ und „Dungeons & Dragons“ im Allgemeinen und zum „Hellfire Club“ im Speziellen zahlreiche Merchandise-Produkte gibt - Billigen Kleinkram, aber eben auch höherpreisige Sammlerobjekte wie beispielsweise einen handbemalten ewigen Kalender von „Nemesis Now“ (Link). Als Jungvater mit knappem Budget hätte ich nie darüber nachgedacht, mir so etwas zu holen, aber dankenswerterweise habe ich ihn von www.figuren-shop.de (Link) als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen. Sehr cool, vielen Dank dafür! Also gucken wir uns den mal an :-)
 

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Die Fakten sind erst einmal schnell runtergerattert, das ist ein 15,5 cm hoher, 12,5 cm breiter und 6 cm tiefer Kalender aus Kunststein & Holz. Mit einem Gewicht von knapp 0,8 Kilo (verpackt) wirkt er angenehm schwer, da hat man gleich Bock das Ding einem Demogorgon an den Kopf zu werfen ;-) Spaß beiseite, dafür wäre dieser Kalender viel zu schade, wobei ich der Verpackung zutrauen würde, dass der Inhalt einen solchen Wurf überstehen könnte. Drin ist also der ewige Kalender, der so ein wenig an einem satanischen Altar erinnert und damit gut das Feeling des „Hellfire Clubs“ transportiert. Die untere Hälfte besteht aus einem „Bauch“, in dessen drei Fächer man die zwei Würfel und drei Holzblöcke schiebt, um das aktuelle Datum in englischer Sprache darzustellen. Eine simple, aber doch funktionale Lösung. Die obere Hälfte sowie der Rand drumherum sind dann lediglich Dekoration, mit einem W4 und einem W12, zwei entsprechenden Waffen (ein Flammenschwert, wie cool – aber die Würfel passen nicht zum Schaden der Waffen, aber das wissen nur Hardcore-D&D-Nerds), Pommesgabel-Knochenhänden und natürlich der obligatorischen Teufelfratze komplett im Thema bleibend. 
 

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Das sieht schon sehr stylisch aus, das muss selbst ich als Nicht-Höllenfeuer-Fan zugeben. Und stylisch ist auch das richtige Stichwort, denn als ich das Angebot eines Rezensionsexemplares bekam und mir irgendetwas von der www.figuren-shop.de-Webseite (Link) aussuchen durfte, war ich erst etwas skeptisch, da der Kalender auf den Fotos recht grob wirkte. Aber „in echt“ muss ich sagen, dass genau diese „Grobigkeit“ deutlich zum Flair beiträgt – Das wirkt so, als hätte irgendein überengagiertes Club-Mitglied so etwas gebastelt und dann selbst bemalt, um der eigenen Kreativität Ausdruck zu verleihen. Lediglich das Logo auf der Rückseite ist dann „zu professionell“, was die Immersion etwas stört. Aber sind wir ehrlich, das Ding wird an irgendeine Wand gestellt, da schaut nie wieder irgendjemand die Rückseite an ;-)
 

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Fazit: Erwartungsmanagement ist immer so ein kaltes Wort, aber hier trifft es halt wirklich perfekt auf mich zu. Ich bin wirklich emotionslos an diese Rezension herangegangen, weil ich ja – ihr habt es alle in der Einleitung gelesen – kein großer Fanboy bin. Aber gerade deshalb war ich doch sehr positiv von der Coolness des „Stranger Things: Hellfire Club Ewiger Kalender“ (Link) überrascht. Und da die Qualität auch wirklich gut ist, wird dieser Kalender nun mein Schlafzimmer verschönern :-D

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