Dass Stars & Sternchen oft noch andere kreative Nebenprojekte haben, ist nicht ganz ungewöhnlich. Viele singen etwa fröhlich vor sich hin, aber dass mal ein Comic dabei rausspringt, ist dann doch eher selten. Das kann aber ziemlich gut funktionieren, zuletzt etwa bei „Der Riddler: Das erste Jahr“ (Link) von Paul Dano, der eine komplexe Vorgeschichte für seine eigene Filmrolle schrieb und damit aktiv den Filmgenuss verbesserte. Ebenfalls bei „Panini Comics“ erschienen, die mir auch dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten, ist „Mother Nature: Die Rache der Erdgeister!“ von Jamie Lee Curtis. Die hat eigentlich an einem Drehbuch geschrieben, aus dem bisher nichts geworden ist, welches aber zugleich auch als Comic adaptiert wurde. Und das funktioniert gar nicht mal so schlecht, aber eben auch nicht richtig gut.
Im US-amerikanischen Südwesten, in dem Großkonzerne rücksichtslos das Land der US-Indigenen ausbeuten, muss die junge Nova Terrel mit anschauen, wie ihr Vater bei einem Unfall von einer Bohranlage erschlagen wird. Das verkraftet sie entsprechend schlecht, weshalb sie Jahre später aktiv als Öko-Aktivistin (eigentlich sogar Terroristin, immerhin scheut sie sich auch nicht vor dem Einsatz von Sprengstoff) gegen einen nun voll aus Öko-Image setzenden Umweltverschmutzer vorgeht. Dass sie dazu auch noch ein paar private Teenager-Problemchen hat, fällt da thematisch fast schon hinten runter... Jedenfalls entwickelt sie dann indigene Öko-Superkräfte, die sie gegen all die umweltverschmutzenden Schergen einsetzt, um ihre Heimat vor dem Umwelt-Kollaps zu retten. Und da macht sie dann auch keine Kompromisse ;-)
„Mother Nature: Die Rache der Erdgeister!“ lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Einerseits ist die Umweltthematik, verbunden mit indigener Authentizität und der Mystery-Superhelden-Thematik, eigentlich genau mein Ding. Dazu sind die Zeichnungen auch sehr realistisch gehalten, also werden hier eigentlich alle Checkboxen abgehakt. Doch irgendwie will der Funke nicht so richtig überspringen. Und ich glaube das liegt daran, dass es eben ein gezeichnetes Drehbuch ist. Abrupte Wechsel der Szenen, irgendwann vergessene Nebenfiguren, trotz einer Länge von 184 Seiten gehetzt wirkende Handlungsstränge – Das funktioniert vermutlich als 120-minütiger Film ziemlich gut, als 240- bis 300-menütige Netflix-Miniserie sogar hervorragend, aber im Medium Comic wirkt es eher so, als würde man gerade das Storyboard eben jenes nicht realisierten Films angucken. Das ist schade, denn hier wäre so viel mehr Potential drin gewesen :-(
Fazit: Schade! Wichtiges Thema, interessante Ansätze, aber letztlich bleibt „Mother Nature: Die Rache der Erdgeister!“ (Link) leider hinter dem Potential des Mediums Comic zurück. Sollte das Skript aber doch noch irgendwann verfilmt werden, wäre ich der erste, der den Fernsehen anwirft ;-)
