Plättchen auslegen, um eine knuffige Welt zu erschaffen? Das klingt doch nach „Carcassonne“! Aber irgendwie konnte ich diesem Klassiker nie etwas abgewinnen, da sprang der Funke einfach nicht über. Umso gespannter war ich folglich, als ich ein Rezensionsexemplar von „Der Wald von Mysteria“ erhielt, denn theoretisch drückt der „moses. Verlag“ hier all Knöpfe. Wenig Spielmaterial, dafür aber von guter Qualität, süße Optik und ein rascher Spielfluss mit taktischer Tiefe – Das muss doch eigentlich mein neues Lieblingsspiel werden, oder?
 

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„Der Wald von Mysteria“ ist prinzipiell ein ziemlich simples Legespiel. Bis zu vier knuffige Monster-Gottheiten legen abwechselnd Gebietsplättchen aneinander. Diese sind in 2x3 Segmente unterteilt, welche jeweils verschiedene Landschaftstypen (Wald, Gebirge, Dörfer, Seen und Felder) in verschiedensten Kombinationen darstellen. Dabei muss man beim Ablegen des Gebietsplättchens zumindest einen Landschaftstyp neben einen anderen legen, wobei mehr natürlich besser ist, damit man möglichst lange, zusammenhängende Ketten des gleichen Landschaftstyps hat. Anschließend darf man eines der neun verschiedenen, super knuffigen Holzgebäude auf dem neu dazugelegten oder einem anschließenden Gebietsplättchen platzieren, um Punkte für die finale Wertung zu sammeln. Dabei muss man aber die verschiedenen Sonderregeln beachten, denn z.B. darf nur das Schloss das Gebirge besetzen, die vier Hütten dürfen nur auf den ihnen jeweils zugewiesenen Landschaftstypen platziert werden und der magische Baum darf erst „gepflanzt“ werden, wenn eine Hütte den entsprechenden Landschaftstyp bereits „erobert“ hat. 
 

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Das klingt jetzt komplizierter als es ist, denn eigentlich geht „Der Wald von Mysteria“ wirklich rasch von der Hand. Dadurch, dass man stets nur ein Gebietsplättchen auf der Hand hat und die Menge der Gebäude überschaubar ist, hat es bei unseren Testspielen (3 Erwachsene) ungelogen kaum mehr als eine Minute pro Runde gedauert, bis man selbst wieder dran war. Entsprechend ist die veranschlagte Spielzeit von 30 Minuten sehr realistisch veranschlagt, auch bei der Altersempfehlung von 8+ gehe ich bedenkenlos mit... Zumindest bis wir zur finalen Wertungsphase kamen, denn die ist dann doch etwas kniffelig, weil alle Gebäude irgendwelche Sonderwertungen auslösen. Bei den Hütten ist es noch simpel, da zählen einfach besonders lange Landschaftsketten, aber bei den restlichen Gebäuden waren selbst wir mehrfach am Zweifeln ob unserer Rechenkünste. Das Fehlen einer klaren Struktur (vielleicht einer Übersichtstabelle?) bei der Finalwertung ist dann aber auch das einzige Manko eines sehr simplen, aber eben auch sehr großartigen Legespiels. Und Gott sei Dank, es lag nicht auch uns, dieser Kritikpunkt steht in wirklich jeder Brettspielrezension, die man im Internet so findet ;-) Mit zunehmender Spielhäufigkeit kommt man da aber sicherlich auch besser rein, und ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass „Der Wald von Mysteria“ wirklich öfters bei uns auf den Tisch kommt, denn das ist ein sehr netter und sehr knuffiger Zeitvertreib, um auch mal kleinere Mitspielende für eine halbe Stunde zu beschäftigen. Mein Daumen geht hier also definitiv hoch!
 

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Fazit: „Der Wald von Mysteria“ (Link) ist sehr spaßig, sehr knuffig und sehr zügig spielbar. Von der etwas verkomplizierten Endwertung mal abgesehen gibt es hier absolut keinerlei Kritikpunkte, was schon beeindruckend ist für so ein kleines Spielchen.