Die Arche Neo #2 Rosskur – Tausche Freiheit gegen Sicherheit
Eine Rosskur ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine drastische, strapaziöse Heilungsbehandlung. Und im weitesten Sinne ist „Die Arche Neo“ für die Comic-Fans eine Art Rosskur, was ihren Umgang mit Tieren angeht. Denn hinter süßen Tierzeichnungen verbirgt sich hier eine brutale, aufrüttelnde Geschichte um den Überlebenskampf von herrenlosen Nutztieren. Mittels eingestreuter Hintergrundinformationen (denn die tierischen ProtagonistInnen haben ziemlich viel Meta-Wissen ;-)) werden den LeserInnen die Auswirkungen der Konsumgesellschaft begreiflich gemacht – So drastisch, dass man seinen Fleischkonsum zumindest mal überdenkt... Und genau deshalb hatte ich den Auftaktband (Link), bei aller Kritik, zu einem der wichtigsten Comics 2020 gekürt. Also mal schauen, ob mich auch die Fortsetzung zu erschüttern wird...

1956 ist Spanien fest im Griff der faschistischen Franko-Diktatur.
Die junge PoC-Teenagerin Naomi lebt in Port Oswego, einer typisch amerikanischen Kleinstadt, und hat ein fast schon krankhaftes Faible für Superman. Dafür gibt es sicherlich viele Gründe, denn Superman ist halt super, aber primär identifiziert sich sich auch mit ihm, weil er wie sie ein Adoptivkind ist.
Die Hafenstadt Blüdhaven ist ein ebenso verkommener, korrupter Ort wie die Nachbarmetropole Gotham. Hier hat sich nach einem Kopfschuss der Ex-Polizist Dick Grayson a.k.a. Nightwing niedergelassen, um nicht mehr unter der Fuchtel von Bruce Wayne a.k.a. Batman zu stehen.