Es ist klicktechnisch natürlich ungünstig, direkt in der Einleitung das Fazit vorwegzunehmen, aber egal, da müssen wir jetzt gemeinsam durch: „Zatanna: Das magische Schwert“ zu lesen hat sich für mich angefühlt, wie es sich für meine Mutter anfühlt, wenn sie irgendeinen Superhelden-Comic liest: „Schöne Bilder, aber ich blicke hier gar nix...“
Man muss nun dazu sagen, dass ich die Figur der Superhelden-Zauberin Zatanna nicht kenne. Ich wüsste auch spontan nicht, dass ich sie jemals irgendwo schon mal in einem Comic gesehen hätte (Asche auf mein Haupt, denn die einschlägigen Wikis listen eine ganze Reihe an Comics und TV-Produktionen auf, in denen sie mitspielt), aber auf der „Panini“-Verlagswebseite (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat) wird dieser 144 Seiten beziehungsweise sechs Kapitel/Einzelhefte dicke Sammelband als für Neulinge geeignet beschrieben. Und oh je, das ist ja mal sowas von falsch...
Schon die Protagonistin an sich wird kaum vorgestellt, aber gut, sie kann halt zaubern und tourt damit durch die Gegend, mehr muss man nicht wissen. Mit dabei hat sie eine ganze Crew, manche menschlich, manche nicht, und einer von diesen verrät sie dann – Zack, schon hat sie ein magisches Schwert im Körper, welches ihre Fähigkeiten beeinträchtigt. Und dann kämpft sie sich durch allerlei Dimensionen, dabei werden auch ihre Freunde in Mitleidenschaft gezogen, dazu laufen gelegentlich ein paar andere DC-Superhelden/-schurken durchs Bild. Mehr kann ich dazu gar nicht erzählen, denn unabhängig davon, dass ich geistig irgendwann ausgestiegen bin, wird mir halt auch keine der handelnden Figuren irgendwie vorgestellt. Warum wer wieso welche Beziehung zu Zatanna hat, kann ich teilweise fast nur erahnen, ebenso wie die eigentlichen Beweggründe der verschiedenen Figuren. Das ist ärgerlich, weil der Comic dem gegenüber auf der visuellen Ebene sehr wohl überzeugt. Puristische Zeichen-Fans finden sicherlich was zu meckern, aber insgesamt sieht das alles sehr hübsch aus, auch wenn ich manchmal von der kreativen Panel-Aufteilung leicht überfordert war. Aber das nutzt halt alles nix, wenn die Story mich langweilt, weil ich einfach keine Anknüpfungspunkte habe...
Fazit: „Zatanna: Das magische Schwert“ (Link) ist zweifelsohne ein hübscher Comic, aber er ist nur für knallharte und 110 % in der DC-Materie drin steckende Hardcore-Fans geeignet. Und selbst die langweilen sich vermutlich, auch wenn sie wissen, wer hier eigentlich wer ist.
