Ich will jetzt nicht die abgedroschene Phrase „ich dachte, das wäre erst gestern gewesen“ bringen, aber dass der zweite Band der Comic-Reihe „Die vergessene Welten“ (Link) bereits rund ein Jahr auf dem Buckel hat, hat mich dann doch arg überrascht. Denn eines muss man diesem „Indiana Jones für Kinder“ zugestehen: Grabräuberin Amy bleibt einem einfach im Gedächtnis, wenn auch (zumindest aus Sicht einer erwachsenen Leserschaft) nicht immer positiv. Und so war ich gespannt, wie sich denn nun der dritte Band schlagen würde.
 

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Amy, die wilde und schlaue Tochter eines Archäologen, darf mittlerweile ganz selbstverständlich mit auf Abenteuerreise gehen. Und so ist sie natürlich mit dabei, als bei einer osmanischen Grabräuberei immer wieder Ausgrabungsstücke verschwinden – was natürlich wieder mal sehr ironisch ist, besteht doch auch ihr Lebensziel darin, eben jene ausgegrabenen Fundstücke verschwinden zu lassen. Vielleicht nicht unbedingt in die eigene Tasche, aber zumindest in ein Museum, also weit entfernt von dem Ort, an dem sie gefunden wurden. Aber okay, wir sind hier immer noch bei „toonfish“, dem Kindercomic-Imprint des „Splitter Verlags“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte), da kann man jetzt keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema erwarten. Darum empfehle ich euch, wenn ihr auch nur halbwegs der englischen Sprache mächtig seid, dieses wunderbare Video von „Last Week Tonight“ (Link).
 

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Jedenfalls reisen Amy, ihr bester Freund Elliot und deren beider Väter mit dem Orient-Express ins Osmanische Reich, nur um alsbald einer Gruppe zwielichtiger Typen auf die Schliche zu kommen, die offensichtlich irgendetwas mit der Grabräuberei und Hehlerei zu tun haben. Immer wieder hilft ihnen dabei eine mysteriöse Gräfin, die irgendwie immer genau dann auftaucht, wenn Amy in Nöten steckt... Und dann wird ein wenig ermittelt, ein wenig geforscht und sogar ein wenig geschossen, bevor am Ende alles gut wird. Ein Kindercomic eben, bei dem – ebenso wie bei den Vorgängerbänden – die jugendliche und auch grundschulkindliche Leserschaft ziemlichen Spaß haben wird. Erwachsene werden jedoch schneller als sonst mitbekommen, wie viel hier eigentlich erzählerische so zurechtgebogen wurden, damit die Geschichte voran geht, was ihr deutlich an Spannung nimmt. Beispiel gefällig: Amy erkennt aus gefühlt drei Metern Entfernung ein Geheimfach, welches die Bösewichte vorher, als sie das komplette Haus auseinandergenommen haben, übersahen. Das wirkt halt arg konstruiert, was diesen dritten Band für mich persönlich zum schlechtesten bisher macht. Ohne jetzt abwertend klingen zu wollen, für Grundschulkinder reicht es trotzdem, denn es gibt so viel mehr Mist im Bereich der Kinderbücher/-comics, aber es ist halt nach den völlig soliden Vorgängerbänden doch ärgerlich. Als Weihnachtsgeschenk für ein 10-jähriges Mädchen, die hier ein Archäologie-Vorbild in Amy findet, taugt „Die vergessenen Welten #3 Die Bibliothek von Pergamon“ (Link) aber allemal!

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