Squirrel Girl – Identifikationsfigur mit Intelligenz und Puschelschwanz
Das „Marvel“-Universum ist voll von den verschiedensten Superhelden. Neben den klassischen Weltenrettern und Gerechtigkeitskämpfern findet sich dort auch Platz für eher ungewöhnliche ProtagonistInnen. Beispielsweise Doreen Green als Squirrel Girl: „Sie vermöbelt sie (Anm.: Verbrecher) so lange, bis sie aufhören, Verbrechen zu begehen“ (Original-Zitat aus dem Buch). Nach einem Jahrzehnt in der Versenkung, immerhin war der erste Auftritt schon 1992 mit „Marvel Super-Heroes vol. 2 #8“, bekam das gleichsam taffe wie liebenswerte Eichhörnchen-Mädel endlich eine eigene Serie. Und die taugt was!
Der vorliegende Sammelband fasst alle 8 Ausgaben der 2015 veröffentlichten US-Reihe „The Unbeatable Squirrel Girl“ zusammen. Thematisch ist die Handlung dabei irgendwo zwischen klassischer Superhelden-Geschichte (Squirrel Girl vermöbelt berühmte „Marvel“-Bösewichte), emanzipiertem Entwicklungsroman (Doreen verlässt das Avangers-Hauptquartier, beginnt auf eigenen Beinen zu stehen und sich charakterlich weiterzuentwickeln) und mit Insider-Witzen gespickter Parodie angelegt.

1.
1250 v. Chr. wird Troja seit einem Jahr von den Griechen belagert. General Leonidas und Hohepriester Aquilon, gerühmt für ihren Mut bei der Verteidigung der Stadt und echte Haudegen, verfallen den beiden im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nichts auftauchenden Schwestern Thaïs und Athene. Sie überbringen die Nachricht von einem Gottesgeschenk, einer kleinen Statue, die im Krieg die Wende bringen soll. Und tatsächlich lässt die entfesselte Macht der Statue einen angreifenden Trupp Griechen erblinden. So ist Troja dann auch vor weiteren Angriffen geschützt, sodass die Helden die beiden Schwestern ehelichen und mit ihnen Nachwuchs zeugen können...
Der erste Band einer möglichen Reihe von „Viking“-Bänden führt die beiden Protagonisten Finn und Egil ein. Doch sind die beiden Brüder wohl eher Antagonisten, ziehen sie doch brutal und aus purer Lust mordend (zumindest ist, außer purem Egoismus, kein tieferer Sinn erkennbar) durch das Land, dabei eine Schneise der Verwüstung hinterlassend. Irgendwann tun sie sich zusammen mit dem verräterischen Königsvertrauten Aki, um die Prinzessin Annikki zu entführen. Klar, dass die dann auch noch gleich mit einem der Entführer rummacht. Und dann ist das Buch, nach noch viel mehr Mord und Totschlag, schon beendet...