Kurztest: Das große Los
François ist ein typischer Vertreter der nach oben strebenden Unterschicht: Stets fleißig, nie einen Tag krank, rackert er sich schlecht bezahlt als Lieferfahrer einer Wäscherei ab.
François ist ein typischer Vertreter der nach oben strebenden Unterschicht: Stets fleißig, nie einen Tag krank, rackert er sich schlecht bezahlt als Lieferfahrer einer Wäscherei ab.Einstiegsregeln, das klingt nach Gratis-PDFs oder dünnen Heftchen, die auf Conventions in irgendwelchen Goodiebags landen. Wonach es nicht klingt? Nach 156 vollgepackte Seiten in DIN-A4! Verkauft sowohl als Hard- als auch als Softcover, bietet „Pro Indie“ hier mit den „Against the Darkmaster“-Einstiegsregeln bereits mehr Spielmaterial, als ihn viele reguläre Grundregelwerke enthalten. Aber bedeutet viel Inhalt auch viel Spaß?
Für diese seltene Situation gibt es Solo-Spielbücher, deren grundlegendes Spielkonzept (Wähle den nächsten Spielabschnitt, dort wählst du dann wieder einen Spielabschnitt!) ja selbst BücherfreundInnen viel Spaß bereiten, die eigentlich gar nix mit dem Rollenspiel-Hobby zu tun haben.Die phantastische Hopepunk-Reihe „Reset“ stand in ihrem ersten Zyklus ja relativ allein auf weiter Flut – Denn welche SciFi-Comics gibt es denn sonst noch, in der die außerirdischen Invasoren mal nicht böse, sondern herzensgut sind? Das dachte sich wohl auch der Autor Fred Duval, der Comic-Fans bekannt ist als Großmeister der Dystopie, beispielsweise mit seinen legendären Cyberpunk-Langzeitserien „Travis“ und „Carmen Mc Callum“. Denn im vierten Band „Sui Juris“, welche den nächsten Dreiband-Zyklus einleitete, wechselte er abrupt das Genre: Vom utopischen Hopepunk hin zum wesentlich dystopischeren Politik-Thriller. Dieser Wechsel hat, auch wenn mir vor Schreck erst einmal die Luft wegblieb, letztlich ziemlich gut geklappt. Aber wie ist es im Trilogie-Mittelteil?
Manchmal lohnt es sich wirklich, einfach mal auf Expertinnen und Experten zu hören. Beispielsweise auf Max, den Presse-Menschen und Rezensionsexemplar-Vergeber vom „Splitter Verlag“. Der hat nämlich damals, als er zu Gast in meinem Podcast (Link) war, die SciFi-Reihe „Phobos“ empfohlen. Und tatsächlich war der Auftaktband (Link) großartig! Aber kann die Comic-Serie das Niveau halten?
Seit Lucy den magischen schwarzen Hammer von ihrem Vater übernahm, um erst ihn selbst aus einer Paralleldimension zu retten und dann das Verbrechen zu bekämpfen, sind zwanzig Jahre vergangen.
Der 80 Seiten starke Comic spielt an der Ostfront im Winter 1916. Handlungsort ist ein Waisenhaus, verlassen im Nirgendwo, welches noch drei verbliebene Bewohner beheimatet: Zum einen Ophilia und Otto, zum anderen Maurice.